Gelassenheit – jetzt erst recht.

Sabine Lahme Kolumne

Gelassenheit, besonnen sein, die Ruhe zu bewahren, ruhig bleiben, Dinge mit Bedacht tun – was für großartige Eigenschaften.
– Leben Sie täglich in Gelassenheit und finden Sie zu Ihrer inneren Ruhe?
– Machen Sie Dinge mit Bedacht?
– Gehen Sie besonnen an ihre Aufgabe?
– Bewahren Sie auch in stressigen Situationen die Ruhe?

Friedfertigkeit, Güte, Demut, Sanftmut, Esprit, Freundlichkeit, Anspruchslosigkeit, Optimismus sowie Feingefühl, das sind die Formeln, die Menschen, die Gelassenheit leben und mit Bedacht vorgehen, auszeichnen.
Gerade jetzt in Zeiten von COVID-19, ist das eine ständige Suche nach dem ultimativen Weg, raus aus der Krise und rein in die Gelassenheit.
Coolness ist das Zauberwort und weniger Aufgeregtheit die Lösung.
Raus aus der Erschöpfung der IST-Situation, die wir alle gerade eh nicht ändern können und rein in die Akzeptanz der aktuellen Sachlage.

Gelassenheit kommt nicht von alleine, sondern, Menschen, die gelassen sind haben durch langes Training und mit viel üben ihre Besonnenheit trainiert.

Denn Gelassenheit und innere Ruhe sind weder angeborene Eigenschaften noch werden sie gentechnisch vererbt.

Gelassenheit, weshalb nicht mal anders?
Wissenschaftliche Studien haben belegt das Menschen, die gelassener sind, weniger sinnieren, aufgeräumter mit sich und ihrem Leben umgehen und zufriedener sind.
Dadurch sind diese Menschen gewappnet, wenn das Leben ihnen mal wieder eine Challenge vor die Füße wirft.
Durch die Besonnenheit der inneren Ruhe gepaart mit Gelassenheit ist es möglich, mit klarem Verstand eine Lösungsstrategie zu entwickeln und nicht emotionsbeladen zu agieren.

Das ist auch der Grund, weshalb Menschen mit Gelassenheit, erfolgreicher sind, Krisen und Probleme mit viel Abstand angehen können und Ruhe bewahren.
Menschen die wenig Gleichmut haben, wirken meist konfus, benehmen sich, als ob sie “auf glühenden Kohlen“ sitzen würden und vermitteln nicht das Bild eines eigenständigen Entscheiders.

Wie trainieren Sie Gelassenheit?
Der erste Schritt zu mehr Gelassenheit ist die Akzeptanz der Ist-Situation.
Gefolgt von der bewussten Entscheidung gelassen zu sein.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

– Was ist passiert?
– Lohnt es sich, wenn ich mich jetzt aufrege?
– Was benötige ich um mich nicht aufzuregen?
– Welche Möglichkeit zu handeln habe ich?
– Kann mich bei der Lösungsfindung jemand unterstützen?

Wer sich ständig dem Druck des derzeitigen Home-Office-Alltags ausgesetzt fühlt und stundenlange Telefon-Konferenzen führt; die Hausaufgaben beaufsichtigt, nebenbei noch die Kinder von der Kita abholt und sich um den Haushalt kümmert;
noch darüber hinaus sich täglich Sorgen macht um die Gesundheit der Familie, wird kaum noch Zeit haben gelassen und mit Besonnenheit Pausen und Ruhezeiten für sich zu finden.

Zeit zur Entspannung oder Me-Time Fehlanzeige.

Welche Möglichkeiten Gelassenheit zu trainieren gibt es noch?
Der Biorhythmus von uns Menschen ist es gewohnt, in einer ausgewogenen Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu sein.

Tipp Nr. 1:
Loslassen:

In einen Loslass-Prozess wagen wir uns äußerst ungern.
Loslassen ist Unsicherheit, Ablehnung, ein neues ungewohntes Terrain und ab und an ist Loslassen auch mit Angst besetzt.

Sicher kennen Sie die Sätze:
Du musst nur loslassen, dann…. oder, dann lass das doch endlich los!

Loslassen bedeutet im Schritt 1 das Geschehene anzunehmen.
Wenn Sie bereit sind, das was geschehen ist anzunehmen, dann ist es auch möglich, los zu lassen und in den Wandel zu gehen.
Annehmen meint nicht, dass Sie die Situation in gut oder in schlecht bewerten sollen, sondern sagt aus, „es ist jetzt so“ – das was in der Vergangenheit liegt ist nicht mehr zu ändern“.
Nur wenn Sie bereit sind zu akzeptieren, dass es so ist wie es ist, dann können Sie lernen loszulassen.

Tipp 2:
Genuss und Freude

Verwöhnen Sie sich ab und an mit einem guten Essen, einem erholsamen Badeerlebnis, einem wundervollen Gespräch oder einem intensiven Moment zu Zweit.
Genuss und Vorfreude auf die kleinen und phantastischen Momente des Lebens, tragen uns durch den Alltag und sind Energiespender für einen neuen Tag.

Versuchen Sie es doch und sollte Ihnen Ihr Kopf einen Strich durch die Rechnung machen, dann sagen Sie – und jetzt erst recht.

Wie schon Helmut Glaßl sagte:
Gelassenheit ist ein nebenwirkungsfreies Antibiotikum gegen Alltagsstress.

Ich wünsche Ihnen eine bedächtige Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.