Lebkuchen, woher kommt der Brauch?

Sabine Lahme Kolumne

Lebkuchen – für die einen sind es nur schlichte Plätzchen, für die anderen ein altes Weihnachtsritual.

Traditionell gehören Lebkuchen auf den weihnachtlichen Plätzchenteller und sind dort überhaupt nicht weg zu denken.

Jahrzehntelang habe ich mich gefragt, woher kommt dieser Brauch und wer hat diesen erfunden?

Schon alleine der Geruch von appetitlich duftenden Zutaten wie Zimt, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Nelken, Anis und Muskat, bringt uns die frohe Botschaft, bald ist es so weit, es ist Lebkuchenzeit.

Lebkuchen sind seit eh und je, das klassische Gebäck zur Advents- und Weihnachtszeit.
Dieses locker leichte Naschwerk, mit seinem gar köstlichen Geschmack, hat leider den Nachteil, dass es eine echte Kalorienbombe ist.
Jedoch ist das den meisten Menschen, gerade in der dunklen Vorweihnachtszeit, herzlich egal.

Was bedeutet der Name Lebkuchen?
Lebkuchen werden unterschiedlich eingeordnet.
Da gibt es Oblaten-Lebkuchen, Basler Läckerli, Printen in allerlei Formen, sogar die Dominosteine werden als Lebkuchen bezeichnet.

Traditionell gebacken werden sie mit Honig, Fett, Nüssen, Gewürzen, mit und ohne Schokoladenglasur und am allerliebsten süß und saftig.

Den Namen haben die Lebkuchen wahrscheinlich vom lateinischen Wort “libum“, was soviel wie “Opferkuchen“ oder “Fladen“ bedeutet.
Weiße Gelehrte vermuten, dass das Wort Lebkuchen auch von einem Brotlaib abgeleitet sein könnte.

Bei den Ostvölkern wird zum Lebkuchen “Pfefferkuchen“ gesagt.
Die Bedeutung für den Pfefferkuchen besagt, dass im Mittelalter, zu den damals vorhandenen Gewürze, generell „Pfeffer“ gesagt wurde.
So liegt nahe, dass aufgrund der vielen verschiedenen Gewürzen im Teig das Wort Pfefferkuchen entstand.

Wer hat das beliebte Naschwerk erfunden?
Wir alle verbinden mit der Weihnachtszeit auch das Backen von Lebkuchen.
Als Kind habe ich es geliebt, mit meiner Großmutter den Teig vorzubereiten.
Dann, wenn es in der Küche nach Hühnersuppe duftete, der Herd angeheizt wurde, es nach Zimt, Orange, Zitrone, Nüssen oder anderen Zutaten roch, dann war sie da, die vorweihnachtliche Zeit, in der bei uns zu Hause Lebkuchen gebacken wurde.
Die Geschichte der Lebkuchen geht zurück bis in das Jahr 350 v. Christi, schon damals wurde der Begriff Lebkuchen schriftlich erwähnt.
Bei den Römern wurde ebenfalls Kuchen gegessen, der mit Honig eingestrichen wurde, jedoch wurde dieser ganzjährig verspeist.

Die heutige Form des Lebkuchens geht zurück auf das 12. Jahrhundert und stammt aus Belgien.
Von dort machte sich das Naschwerk schnell auf den Weg nach Aachen und in die fränkischen Klöster.

Woher kommt der Kult zur Weihnachtszeit Lebkuchen zu backen?
Dazu eine Geschichte von “ Gretl Zottmann“, wie der Elisen-Lebkuchen zu seinem Namen kam.

Um die Gegend von Nürnberg gab es früher (und auch noch heute) Lebküchner.

Lebküchner waren wie die Konditoren von Heute, dafür zuständig ausschließlich Naschwerk herzustellen.
Zu dieser Zeit war des Königs Töchterlein schwer erkrankt und aß nicht mehr.
Der König rief 1000 Gulden aus, für den, der seinem Töchterchen helfen würde.
Ein sehr tüchtiger Lebküchner hörte davon, dessen Töchterlein selbst vor Jahren krank und verstorben war.
So tüftelte er, eines Abends zu später Stunde, in seiner Backstube mit Honig, Gewürzen, Mehl und allerlei köstlichen Zutaten, formte daraus kleine Küchlein und schob diese in den Ofen.
Als er das Backwerk aus dem Ofen nahm, war die gesamte Pracht ineinandergelaufen und zu einem Klumpen gebacken.
Ärgerlich ließ er alles stehen und ging zu Bett.
Als er am nächsten Morgen erwachte fand er in der Backstube ein Papier, das zuvor nicht dort war.
Er rief seine Frau und bat diese das Papier zu kosten.
Es schmeckte weder süß noch salzig jedoch zerlief es auf der Zunge.
„Versuche es doch unter die Backware zu legen;“ bat seine Frau ihn.

Der Lebküchner bestrich das Papier mit dem restlichen Teig des Vortags, schob es in den Backofen und ein wundervolles Gebäck kam heraus, das so wundervoll schmeckte, wie nie eines davor.
Er brachte es dem König um es dem Töchterchen zu reichen.
Die aß das Küchlein und wurde wieder gesund.
Die Frau des Lebküchners hatte in der Zwischenzeit ein goldenes Haar gefunden, so wie das Haar ihrer verstorbenen Tochter aussah.
Und weil diese Elise hieß, wurden ab dieser Zeit die Lebkuchen – Elisen-Lebkuchen getauft.

Ob es sich dabei um eine Erzählung handelt oder es die Wahrheit ist, das mag ich nicht beurteilen, zauberhaft ist es auf alle Fälle.

Vielleicht erinnern Sie sich ab jetzt, bei jedem Bissen in einen Lebkuchen, beim Ausrollen des Teigs, oder beim Zusehen im Backofen, wie das wundervolle Naschwerk entsteht an diese entzückende Geschichte.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit.

Passen Sie gut auf sich auf und
bitte bleiben Sie gesund