Toxische Beziehung

Sabine Lahme Kolumne

Entwertungen, immer häufiger werdende Vorwürfe, Zerrissenheit und ständige Schuldzuweisungen, das können Zeichen sein, die auf eine toxische Beziehung hinweisen.

Toxische Beziehung, was ist das?
Bekanntermaßen beginnt eine Liebesbeziehung mit dem Verliebt sein.

Verliebt sein bedeutet, dass das Gehirn eine übermäßige Ausschüttung von Hormonen vornimmt, bei der unser Bewusstsein sprichwörtlich „ver-rückt“ spielt und die Wahrnehmung eingetrübt wird.
Diese Überflutung des Gehirns kann zu Fehlinformationen führen.

Wir übersehen gerne die Makel, Marotten und Ticks des Anderen und erleben ausschließlich positives gleichwohl diese Nachrichten fehlerbehaftet oder gänzlich falsch sein können.

Schmetterlinge im Bauch, rosarote oder hellblaue Brille, ohne den Anderen nicht mehr sein können und die übergroßen Gefühle von Zuneigung, das sind die Symptome des Verliebt seins, auch zu Beginn einer toxischen Beziehung.

Doch in einer toxischen Beziehung wandelt sich dieser Zustand rasend schnell.
Was zuerst wie eine Bombe einschlägt ändert sich blitzartig.
Unverhofft, überraschend und extrem toxisch.
Im Falle einer toxischen Beziehung geht es nicht um Liebe und Zuneigung, es gut um Kontrolle und vor allem um Macht.
Eine Gewaltherrschaft, die nichts mehr mit Liebe oder Verliebt sein zu tun hat.

Weshalb gehen Menschen eine toxische Beziehung ein?
Wer in einer toxischen Beziehung lebt, der erfährt anfänglich den Himmel auf Erden.
Auf Händen getragen zu werden, Komplimente zu erhalten, ein ernsthaftes Interesse an der Partnerschaft zu haben, so gestaltet sich meist der Anfang einer Partnerschaft – auch einer toxischen Beziehung.
Doch schon nach kurzer Zeit endet diese mit einem emotionalen Entzug.
Vereinnahmung, Bestrafung bis hin zur gänzlichen Kontrolle, das ist es, was die Partner erleben.

Meist sind es Menschen mit einem geringen Selbstwert und Selbstvertrauen, die in die Fänge eines “Love-Bombers“, geraten.
“Love-Bomber“, so werden diese Menschen genannt, die ihre Partner in emotional verstrickende Situationen ziehen.

Grenzüberschreitungen, Vereinnahmung, emotionale Erpressungen, Nähe – Distanzproblematik und verbale Auseinandersetzungen sind weitere Merkmale, die eine toxische Beziehung kennzeichnen.
Das Gegenüber weiß sich oft keinen Rat mehr, außer, das zu tun, was der “Love-Bomber“ von ihm verlangt.
Dadurch ist die totale Kontrolle gegeben, und die Bestrafungen bleiben aus.
Der Verzicht auf das eigene Leben rückt in die Ferne zu Lasten des Egoismus der toxischen Beziehung.

Übernahme der eigenen Verantwortung eines “Love-Bombers“ ist nicht zu erwarten, denn die anderen sind grundsätzlich die Haftenden, nie er/sie selbst.
Spätestens dann, wenn es zu körperlichen Übergriffen kommt, sollten Sie sich aus der toxischen Beziehung lösen.
Denn spätestens hier ist die Grenze der Zumutbarkeit maximal überschritten.

Toxische Beziehung beenden?
Menschen, die in einer toxischen Beziehung leben, tun sich auffällig schwer damit sich zu trennen.
Sie leiden extrem in der Beziehung trauen sich jedoch noch nicht, diese zu beenden.
Eine Achterbahn der Gefühle.

Welche Lösungsmodelle gibt es?
Meist ist es ein Gedanke, der immer und immer wieder da ist.
Geh endlich, dann bist Du diese Situation los und musst nicht mehr leiden.
So, oder so ähnlich könnte der Gedanke sein.

Tipp Nr. 1
Loslassen oder bleiben

Stellen Sie sich die Frage:

habe ich am meisten Angst?
Vor dem alleine sein, oder der nächsten Demütigung.

Egal wofür Sie sich entscheiden, machen Sie sich bitte bewusst, einen Preis im Leben müssen wir leider bezahlen, bitte nicht den zu hohen.

Tipp Nr. 2
Übernahme der Verantwortung

Übernehmen Sie nur noch Verantwortung für Ihr Handeln und Tun, nicht mehr für das Ihres Gegenübers.

Und auch hier ist es wichtig sich bewusst zu machen:
Wenn es weh tut, dann ist es keine Liebe.

Egal wofür Sie sich entscheiden, ab und an braucht es auch Unterstützung von außen.
Erkundigen Sie sich bei Ihren Freunden, ob Sie Ihnen helfen können, bitte ohne jeglichen Druck, denn den haben Sie schon selbst.
Und für den Notfall gibt es noch die Möglichkeit einer Beratungsstelle.

Eine toxische Beziehung ist zerstörend, ob Sie das zulassen, das entscheiden Sie selbst.

Ich wünsche Ihnen eine wertschätzende Beziehungszeit.
Passen Sie gut auf sich auf.