Einsamkeit

Sabine Lahme Kolumne

Quarantäne, Social Distancing, Home-Office – Einsamkeit.
Der Virus COVID-19 zeigt uns seit dem Frühjahr, was es für uns Menschen bedeutet gut und achtsam mit uns umzugehen.
Doch den Einen oder Anderen treffen diese neuen Begebenheiten direkt ins Mark.
Sie fühlen sich alleine gelassen, nicht wahrgenommen und leiden oft unter der Isolation.

Besonders Singles, frisch Getrennte und Alleine lebende jeden Alters trifft es, wenn sie auf den regemäßigen, persönlich gepflegten Kontakt verzichten sollen.
Da kann schnell der Eindruck entstehen, alleine gelassen zu sein oder zu vereinsamen.
Denn die sozialen Kontakte, die für uns Menschen so essentiell sind, sind seit Corona sehr eingeschränkt.

Reale Kontakte sind eben durch nichts zu ersetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Einsamkeit und sich alleine zu fühlen?

Das Gefühl alleine zu sein beschriebt einen Zustand.
Das kann bedeuten, dass jemand alleine ins Kino geht, alleine im Garten arbeitet, oder alleine essen geht.
Sitzt derjenige alleine in seinem Büro und arbeitet konzentriert an einem Vorgang, oder geht alleine shoppen, hat das nicht gleichzeitig zur Folge, dass dieser Mensch sich einsam fühlt.

Das Gefühl einsam zu sein entsteht dann, wenn Menschen unfreiwillig ohne jegliche sozialen Kontakte leben.
Sie haben das Gefühl der Einsamkeit.

Der ehemalige Direktor des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt am Main sagte:
„Einsam sein schmerzt, alleine sein tut gut.“ Einsamkeit ist meist nicht selbst gewählt, allein sein dagegen schon.

Viele Menschen haben sich entschieden alleine zu leben und sind damit glücklich und zufrieden.
Sie sind nicht einsam und haben auch nicht den Eindruck, dass die Einsamkeit sie dominiert.
Dagegen gibt es viele Menschen, die einen großen Freundeskreis haben, oder in einer Beziehung leben und sich trotzdem einsam und nicht wahrgenommen fühlen.

Was hilft gegen die Einsamkeit?

Tipp Nr. 1
Routinen schaffen

Sollten Sie sich wieder einsam fühlen, dann versuchen Sie es mit dem Aufbau einer täglichen Routine.
Versuchen Sie es doch mit einem wiederkehrenden 30-minütigen Spaziergang an der frischen Luft.
Wie wäre es mit einem eigenen Kaffee-oder Tee-Ritual, welches Sie täglich zelebrieren?
Auch das tägliches Telefonat mit einen wertvollen Menschen kann gegen die Einsamkeit helfen.
Sollten Sie im Home-Office arbeiten, dann tun Sie bitte so, als ob Sie weiterhin morgens zur Arbeit gehen würden.
Das bedeutet, ziehen Sie sich schick an, vermeiden Sie Jogginghose und Schlabber T-Shirt und vor allem Hausschuhe.
Auch diese Routine verhilft Ihnen eine tägliche Struktur zu bekommen.
Bitte setzen Sie sich positive Highlights, damit Ihr Gehirn heilsame Bilder und positive Gefühle speichern kann.

Tipp Nr. 2
Gestalten Sie Neues:

Um der Einsamkeit zu entfliehen könnten Sie sich fragen:

– Was mache ich gerne?
– Kann ich daraus etwas gestalten, um der Einsamkeit zu entfliehen?
– Mit wem gemeinsam könnte ich das tun?
– Mit wem möchte ich meine Idee besprechen?

Hier ein Beispiel:
Vielleicht kochen Sie ja gerne und wollten schon lange einen Kochkurs belegen.
Unter Umständen machen Sie gerne Sport.
Gerade in Zeiten von COVID-19 mussten sich viele Menschen dem Wandel stellen und daraus sind wundervolle neue Ideen entstanden, wie das gemeinsame Kochen via Life-Stream oder die morgendliche Yoga-Runde über Social-Media Kanäle.

Tipp Nr. 3
Ordnung

Bringen Sie Ordnung in Ihr Leben.
Innere Ordnung braucht ab und an äußere Ordnung.

– Missten Sie doch Ihren Kleiderschrank aus
– räumen Sie Ihre Schubladen auf
– oder gestalten Sie Ihre Räume neu.

Egal womit Sie anfangen, Sie werden sehen, es lohnt sich.

Wir Menschen brauchen eben Menschen um unsere Bedürfnisse nach Geborgenheit und Nähe zu stillen.
Dazugehören, wertgeschätzt, geliebt, gewollt und gerne gehabt zu werden, sind weiter Merkmale, die wichtig sind.

Vergessen Sie dabei nicht, dass der wichtigste Mensch in Ihrem Leben Sie selbst sind.

Ich wünsche Ihnen eine innige Woche.
Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme