Wenn jemand der Schalk im Nacken sitzt

Sabine Lahme Kolumne

Sitzt jemandem, sprichwörtlich “der Schalk im Nacken“, dann meint das, dass dieser Mensch einen Streich ausheckt oder “jemanden auf die Schippe“ nimmt.
Damit liegt die Befürchtung nahe, dass dieser Mensch wahrscheinlich gerade jemanden foppt oder veräppelt.

Wie entstand die Redensart “einen Schalk im Nacken haben“?
Die Redewendung, dass jemandem “der Schalk im Nacken“ sitzt ist zurückzuführen auf das 16. Jahrhundert.
Damals hatten die Menschen die, dass auf der Schulter einer Person, ein kleiner Wüterich oder ein närrischer Geist saß, der dort sein Unwesen trieb.
Dessen Aufgabe war es, so die Meinung, verrückte Ideen und eine Menge Unsinn zu machen.
Die Person, von der dieser vorwitzige Gnom Besitz ergriffen hatte, wurde beeinflusst und auf flüsternde Weise in Besitz genommen.

Die Wortbedeutung “Schalk“ wurde abgeleitet von der Bedeutung eines mittellosen Knechts oder Dieners, der Barfuß = ohne Schuhwerk unterwegs war.
Der lateinische Begriff für “ohne Schuhe“ lautet “scalcius“.

Später wurde der Begriff “Schalk“ im Zusammenhang mit Menschen benutzt, wenn diese keinen guten Hintergedanken hatten und zur Bosheit neigten.

Hat heutzutage jemand einen “Schalk im Nacken“, dann sprechen wir von jemandem, der keinerlei negativen Hintergedanken hat, sondern Spaß daran hat sein Gegenüber zu verulken, jedoch zum Zwecke, dass alle gemeinsam darüber lachen können.

Die Redewendungen einen “Schalk im Nacken“ zu haben ist ähnlich den Sätzen:
“Jemanden durch den Kakao ziehen“ oder “an der Nase herumführen“.

Weshalb ist gemeinsam Spaß zu haben wichtig?
Spaß-Rituale stärken Beziehungen, das weiß die Psychologie schon lange.

Ein neuer Aspekt, eine neue Perspektive, ein lockerer Spruch, ein Witz oder eine Narretei und schon fangen wir an, eine zuvor ernste Situation, lustig und lebensbejahender zu empfinden.

Zelebrieren wir diese Rituale, lassen wir den “Schalk im Nacken“ zu, dann wird aus Freude, geteilte Freude.
Und die soll ja doppelt belohnt werden.

Was der gemeinsame Spaß noch zusätzlich mit sich bringt ist das Lachen.
Lachen, das wissen viele nicht, ist eine angeborene Fähigkeit.

Durch unsere Erziehung und gesellschaftliche Zwänge vermindert sich unser Lachen mit zunehmendem Alter.

Wussten Sie, dass eine Minute Lachen

– der Gesundheit dienlich ist?
– sich wie 10 Minuten auswirken?
– Ersatz für 30 Minuten Entspannungsübung ist?

Beim Lachen werden im Gehirn, exakter, im „Limbischen System“, Botenstoffe ausgeschüttet.
Zuallererst ist das der Botenstoff Serotonin.
Zusammen mit seinen Unterstützern Dopamin, zuständig für den Austausch der Gehirnzellen und dem Noradrenalin, zuständig für unsere Motivation, sind sie bedeutsam für unser Gefühlsleben.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Lachen die Lungenfunktion verbessert, das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt, die Immunabwehr aktiviert und Stresshormone abbaut.
Und zudem werden zum Lachen ca. 80 Muskeln im ganzen Körper benötigen.

Und noch eine Information zum Schalk ist wichtig.
In Märchen und Sagen gibt es bis heute die Welt der Gnome, Bösewichte und Witzbolde.
Dort wird der Schalk genutzt um die Menschen zur Achtsamkeit und Rücksicht zu bewegen, oder ihnen Angst zu machen.
Wie in der Sage des “Petermännle“ aus dem Schwarzwald.
Das Petermännle ärgerte Heidelbeersuchende, die ihm nicht ein paar Heidelbeeren auf seinem Stein als Gabe zurückließen.
Petermännle zählt zu den Bösewichten, die den Schalk faustdick im Nacken hatten und den Menschen nicht zugetan waren, denn das Petermännle wollte den Wald gerne für sich alleine haben.
Noch heute, so sagen es die Einheimischen, soll es durch die Wälder streifen und die Menschen ärgern.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Ich wünsche Ihnen eine spaßige Woche.
Passen Sie gut auf sich auf