Bedürfnisse, wieso, weshalb und warum

Sabine Lahme Kolumne

Die meisten Menschen wissen, jeder von uns hat Bedürfnisse, wie zum Beispiel:

– Essen
– Trinken
– Schlafen
– Verdauung
– Sexualität

die wir zum Überleben benötigen.

Sobald eines dieser oben genannten Bedürfnisse dauerhaft im Mangel ist, würden wir sterben, bzw. aussterben.
Es handelt sich dabei um unsere physiologischen Grundbedürfnisse.
Ohne die es leider nicht geht.

Bedürfnisse des Menschen, was ist das?
Die Psychologie beschreibt das Bedürfnis als einen Zustand oder Erleben eines Mangels mit dem Wunsch, diesen zu beheben, oder Abhilfe dafür zu schaffen.

Beispiel:
Sie sind müde und möchten sich hinlegen.
Sie möchten schlafen (Schlafen ist ein Bedürfnis)
Wo genau Sie sich hinlegen, hat keine so große Relevanz, stattdessen liegt im Vordergrund, dass das Bedürfnis gestillt wird.

Auf welche Bedürfnisse wir verzichten können, ohne Schaden an unserer Gesundheit zu nehmen, mit dieser Frage haben sich zahlreiche Psychologen beschäftigt.

All unser Handeln ist darauf ausgerichtet unsere Bedürfnisse zu schützen und zu erfüllen.

Ist ein Bedürfnis befriedigt, dann fühlen wir uns zum Beispiel:
glücklich, froh, fröhlich, heiter usw.
und haben keine Mangelerscheinung.

Ist das Bedürfnis jedoch im Mangel, dann können Gefühle entstehen wie zum Beispiel:
Ärger, Wut, Irritation, Trauer usw.

Zufriedenheit, Trauer, Wut, Ärger, Glück – diese Gefühle kennen Sie.
Was jedoch den meisten Menschen nicht bewusst ist, ist, dass die Gefühle die Pforte zu unseren Bedürfnissen sind.
Wir fühlen uns dann wohl, wenn die Bedürfnisse gestillt sind.
Sind die Gefühle jedoch im Mangel, fühlen wir uns, erschöpft, wütend, unzufrieden, irritiert, hungrig oder durstig.

Ist es wichtig über Bedürfnisse zu sprechen?
Kommunikation und Austausch sind wichtige Werkzeuge einer guten Beziehung und gleichzeitig auch 2 Bedürfnisse.

Wer über seine Bedürfnisse spricht, öffnet die Kommunikation und sorgt dafür, dass das Gegenüber versteht, weshalb es gerade so ist wie es ist.
Das bedeutet, wer für ein gemeinsames Verständnis sorgt, schafft die Möglichkeit für eine gegenseitige Klarheit.
Klarheit in einer Situation bedeutet, ein gemeinsames Gespür für die Situation zu bekommen.

Jeder Mensch hat Bedürfnisse, die meist unterschiedlich gewichtet sind.
Tauschen wir uns darüber aus, so ist die gemeinsame Ebene einer wohlwollenden Gesprächsebene eröffnet.

Wichtig ist, jeder Mensch priorisiert seine Bedürfnisse eigenständig.
Das bedeutet, dass, um ein gegenseitiges Verständnis zu erhalten, unbedingt kommuniziert werden muss.

Dazu ein Beispiel:

Sie kommen nach einem anstrengenden Tag nach Hause, sind müde und erschöpft.
Ihr Bedürfnis ist Ruhe zu finden, Stille zu erleben und Sie möchten sich am liebsten zurückziehen.
Ihr Partner freut sich schon auf Sie und möchte noch spazieren gehen (Bedürfnis Bewegung) oder mit ihnen über den Tag sprechen (Bedürfnis Austausch und Kommunikation).

Spätestens an dieser Stelle ist es wichtig, darüber zu sprechen, denn sonst ist der Konflikt vorprogrammiert.
Ein Konsens wäre, dass Sie sich für 20 Minuten zurückziehen und Kraft tanken um danach einen gemeinsamen Abendspaziergang zu machen.

Verabreden Sie sich doch mit Ihrem Partner um über Bedürfnisse zu reden.

– Was sind meine Bedürfnisse?
– Welche Bedürfnisse sind mir ganz besonders wichtig?
– Aus welchem Grund möchte ich darauf nicht verzichten?

Um ein gemeinsames Verständnis zu erhalten sollten Sie kommunizieren, sonst versteht Ihr Partner Sie nicht.

Ich wünsche Ihnen eine bedürfnisfrohe Woche.
Passen Sie gut auf sich auf.