Lachen unbedingt gestattet

Sabine Lahme Kolumne

Die Situation ist ernst, Covid-19 schränkt uns nach wie vor ein und das Lachen vergeht uns täglich bei Nachrichten wie denen aus der Fleisch- und Wurstindustrie.

Corona – Covid-19, das Gespenst, das uns jegliche Leichtigkeit und Freiheit nimmt und den Humor, das Lachen und den Spaß einschränkt.

Ist das so, dass dieser Virus uns den Humor mies machen darf?
Nein, denn gerade in den schwierigsten Situationen, und das bringt die Pandemie gerade mit sich, ist das Lachen eines der wichtigsten Instrumente und überaus wertvoll.
Lachen, was macht das mit uns?

Lachen, das wissen viele nicht, ist eine angeborene Fähigkeit.

Durch unsere Erziehung und gesellschaftliche Zwänge, vermindert sich unser Lachen mit zunehmendem Alter.

Wussten Sie, dass Lachen

– eine Minute lang, der Gesundheit hilft?
– eine Minute, wie 10 Minuten joggen ist?
– wie 30 Minuten Entspannungsübungen wirkt?

Beim Lachen werden im Gehirn, exakter, im „Limbischen System“, Botenstoffe ausgeschüttet.
Zuallererst ist das der Botenstoff Serotonin.
Zusammen mit seinen Unterstützern Dopamin, zuständig für den Austausch der Gehirnzellen und dem Noradrenalin, zuständig für unsere Motivation, sind sie bedeutsam für unser Gefühlsleben.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Lachen die Lungenfunktion verbessert, das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt, die Immunabwehr aktiviert und Stresshormone abbaut.
Zum Lachen benötigen wir ca. 80 Muskeln im ganzen Körper.

Seit den 1980ern wird Lachen sogar als Therapieform eingesetzt, um Heilungsprozesse zu fördern.
Inzwischen gibt es sogar in Kliniken vieler europäischer Länder humorvolle Visiten mit Clowns, die dafür sorgen, kranken Kindern das Leben etwas leichter zu machen.

Ist der Humor eine Überlebensstrategie?

Viktor E. Frankl, der österreichische Psychiater und Neurologe, Begründer der Existenzanalyse und Logotherapie, schreibt in seinem Buch: “trotzdem Ja zum Leben“,
dass gerade in den schwierigsten Situationen das Lachen eine Überlebensstrategie sein kann.

Viktor E. Frankl, war Insasse in vier unterschiedlichen Konzentrationslagern während des Zweiten Weltkriegs.
Er sagt, dass Humor eine Waffe der Seele ist, im Kampf um die Selbsterhaltung und dass es damals notwendig war Witze zu machen über Situationen, die alles andere als witzig waren, zum Schutz der Seele.
Das schaffte Abstand zu den unvermeidbaren Situationen, denen er sich ausgeliefert fühlte.
Lachen diente ihm als Ventil.

Könnte das der Grund sein, weshalb in schwierigen Situationen, lachen wichtig ist?

Das ist eine durchaus nachvollziehbare Frage, gerade in der Corona-Zeit.

Die Antwort lautet ja, jedoch nicht zu jedem Preis.
Gerade in der Pandemie ist es wichtig, die Komik des Alltäglichen neu zu entdecken.

Die Comedy-Branche macht es uns vor.
Fast jeder Künstler hat die Toilettenpapier-Hysterie, die Nudel- und Mehl-Verrücktheit auf die Schippe genommen.
Die Karikaturisten haben es in Zeichnungen festgehalten und uns veranschaulicht, was wir in der Pandemie tun und was andere Landsleute einkaufen.
Wir horten Toilettenpapier und Mehl und die anderen, Rotwein und Kondome.
Haben Sie dazu noch Fragen?

Und selbst das Konditoren-Handwerk hat nachgelegt.
Dort lassen sich Baumkuchen ummantelt mit Fondant in Form von Toilettenpapier-Rollen kaufen.

Wenn das kein Humor ist, dann lache ich mich kaputt.

Ein neuer Aspekt, eine neue Perspektive, ein lockerer Spruch, ein Witz oder eine Narretei und schon fangen wir an, eine zuvor ernste Situation, lustig und lebensbejahender zu empfinden.

Wie es so schön heißt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Ich wünsche Ihnen eine humoristische Woche.

Passen Sie gut auf sich auf und vor allem
bleiben Sie gesund