Angstfrei leben in Zeiten von Corona

Sabine Lahme Kolumne

Angst und Paralyse sind momentan die Themen die allgegenwärtig sind – angstfrei zu leben wird zur Herausforderung.
Da sind,

– Menschen die ängstlich durch die Straßen huschen
– tauschende von Mitarbeitern die im Unklaren sind, wann und ob sie überhaupt weiterarbeiten können
– zahlreiche Eltern, die seit Wochen versuchen, mit ihren Kindern den Alltag so gut wie möglich zu gestalten
– Paare, die versuchen miteinander auszukommen, trotz der täglichen Herausforderungen
– dann noch die täglichen News über die Zahlen der Todesfälle und Neuinfizierten.

In welcher Welt leben wir zurzeit?

Da ist es nicht mehr verwunderlich, dass viele Menschen Angst empfinden und wie paralysiert wirken.

Wissenswertes, wie die Angst entsteht.
Die Angst entsteht im Kopf – exakt im Zwischenhirn.
Angst ist längst vorhanden, noch ehe wir wissen was gerade passiert.
Die Produktionsstätte der Angst nennt sich Amygdala (Mandelkern) und ist ein Teil des Limbischen Systems.

An der Entstehung der Angst ist die Amygdala beteiligt und spielt ebenso eine wesentliche Rolle bei Wiedererkennung von Situationen und deren Analyse, sowie derer emotionaler Bewertung.
Sie ist wichtig für unser Furcht- und Angstempfinden, unser Aggressionsverhalten, sowie lebenswichtig als Warn– und Abwehrinstrument.

In der Amygdala werden unter anderem auch die Stimmungshormone Serotonin und Dopamin produziert.

Leider ist dieser Teil unseres Gehirns sehr vorwitzig, häufig vorschnell, ständig auf dem Sprung und liefert auch Fehlinformationen.
Hinzu kommt noch, dass jede unserer Hirntätigkeiten mit einem Gefühl verbunden ist. Diese beiden Funktionen, emotionaler Bereich und Handlung lassen sich leider nicht trennen.

Im Normalfall stellt diese Funktion kein Problem dar, jedoch wenn uns die Angst im Griff hat und plötzlich Herzrasen und Schweißausbrüche die Vorherrschaft bekommen, leben wir nicht mehr angstfrei, sondern die Angst wird zum Problem.
Zittern, Atemnot und Übelkeit stellen sich in rasender Geschwindigkeit ein und die Angst hat uns im Griff.
Aus der kleinen Amygdala wird plötzlich ein riesengroßer Alleinherrscher in unserem Kopf, der uns steuert.

Was passiert, wenn wir nicht mehr angstfrei leben?
Aus der Angst entsteht blitzartig die Angst vor der Angst.
Unser Gehirn trainiert sich negativ und die Hirnregionen die dafür zuständig sind, werden dadurch groß und größer.
Egal ob es die Angst ist

– sich anzustecken
– zu vereinsamen
– zu sterben

Alle diese Ängste boykottieren uns Menschen und wir werden handlungsunfähig bis fast gelähmt.
Wir leben in ständiger Angst und nicht angstfrei.
Es gibt auch eine gesunde, lebenswichtige Angst, die uns in gefährlichen Situationen schützt.

Diese Angst ist eine uralte Angst und stammt noch aus der Zeit der Säbelzahntiger.
Sie warnt uns, jedoch lässt sie uns gleichzeitig handeln.
Säbelzahntiger gibt es heute kaum noch und von dieser angeborenen Angst spreche ich nicht, sondern von der, die uns jegliche Lebenslust und Lebensfreude nimmt.

Hat die Angst uns erst im Griff reagieren wir.
Entweder, wir verstecken uns oder wir rennen schnell weg.

Was können Sie tun um angstfrei zu leben?

– Sagen Sie Ihrer unbegründeten Angst ade.
– Denken Sie bei Ihrem täglichen Handeln und Tun auch mal an sich.
– Sagen Sie Ja zu sich und Nein zu den täglichen Horrornews.
– Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Freunden über das was Sie ängstigt– ziehen Sie sich nicht zurück.
– Sorgen Sie für Entspannung und gute Gedanken.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

– Gibt es einen Grund für die Angst und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
– Was habe ich von der Angst?
– Was belastet mich, welche eigenen Bedürfnisse und Ziele vernachlässige ich?
– Wie schaffe ich es angstfrei zu leben?
– Wie gewinne ich mehr an Selbstbestimmung und individueller Freiheit?

Angst ist eine angeborene Grundemotion und gehört zu unserem Leben.
Gerade in Zeiten von Corona wird sie jedoch zur Challenge.

Ob Sie der Angst die Macht übergeben, oder lieber angstfrei leben, das entscheiden Sie selbst.

Ich wünsche Ihnen eine angstfreie und vor allem gesunde Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme