Die Kunst zu vergeben

Sabine Lahme Blog

Egal in welcher Beziehung Menschen zueinander stehen – kränken sie sich – mit Worten oder Taten, dann fällt der Akt „zu vergeben“ oft äußerst schwer.

Die Handlung zu verzeihen, diese hinter sich zu lassen und zu vergeben ist meist schwerer, als sich zu ärgern oder in den Groll zu gehen.
Schließlich soll doch der Verursacher dieselben Qualen durchleben wie man selbst.

Eine Studie dreier Forscherinnen aus New York aus dem Jahre 2007 zeigt, dass Menschen, die vergeben können, einen niedrigeren Blutdruck haben, stressbefreiter leben, glücklicher sind und sich weniger aufregen.

Die Worte “Ich vergebe“ oder “Ich verzeihe Dir“, haben zudem eine heilsame Wirkung auf den gesamten Organismus.

Jedoch ist die Theorie, “nachsichtig und sanftmütig zu sein“, anders, als die praktische Anwendung.
Die Praxis des Vergebens braucht vor allem, Verständnis, Empathie sowie Zeit.

Weshalb fällt es uns schwer zu vergeben?

Vergebung, das bedeutet, dass Geschehene, (den Betrug, die Affäre, den Verrat oder die verbalen Attacken) im ersten Schritt zu akzeptieren.
Akzeptanz besagt, die Kränkung, das Verhalten des Gegenübers sowie den eigenen Mangel nicht zu ignorieren, sondern geduldig anzunehmen.

Vielen Menschen fällt dies schwer.
Sie sind gewohnt, sich eher zu ärgern, dem Groll zu folgen, bevor sie klar bei sich hinschauen.
Doch genau dann ist es Zeit, sich mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und der Gewohnheit im Umgang mit Kränkungen zu beschäftigen.
Die Verursacher wiederum neigen dazu sich zu schämen und trauen sich dadurch nicht ihr Gegenüber um Verzeihung zu bitten oder die Tat zu bedauern.
Bedauern wäre für die meisten Kränkungen ein heilsamer Prozess und würde ein Verzeihen erleichtern.

Verzeihen schreibt nicht vor, das wir vergessen und heißt das Geschehnis auf keinen Fall gut.
Verzeihen bedeutet zu akzeptieren, dass es jetzt so ist, wie es ist.
Deshalb ist die Akzeptanz der erste Schlüssel im Vergebens-Ritual.

Können wir lernen zu vergeben?

Je nach Schwere einer Entgleisung, ist das Ritual, zu vergeben, leichter oder schwerer.
Zudem kommt noch die Persönlichkeit des Betroffenen hinzu.

In einer Studie, erforschte ein Psychologen-Team, aus mehr als 100 bereits vorhandenen Studien zum Thema Vergebung, was Menschen benötigen, um vergeben zu können.

Die Studie ergab:
Je empathischer und friedfertiger die Betroffenen selbst sind, desto verzeihlicher sind sie auch.
Menschen mit einer eher unstabilen Persönlichkeit dagegen sind weitaus weniger dazu in der Lage.

In einer weiteren Studie der Universität Pisa, wurde das Mitgefühl genauer unter die Lupe genommen.
Mittels einer MRT (Magnetresonanztomografie) wurden die Gehirn-Areale erforscht.

Die Story vorweg lautete:
Kritisches und unberechtigtes Feedback des Vorgesetzten oder Kündigung des Arbeitsplatzes.
Dabei wurden ein Teil der Teilnehmer gebeten, sich vorzustellen, dass der Vorgesetzte unter hoher Anspannung war oder Sie selbst einen Eigenanteil am Geschehnis hatten.

Das Ergebnis:
Können Menschen sich in andere hineinversetzen, so werden 3 Hirnareale aktiv.
Das sind:
Der präfrontale Kortex im Stirnhirn, der untere Scheitellappen sowie der Präcuneus (oberer Scheitellappen).
Werden diese Areale aktiviert, so können Menschen negative Vorfälle neu beurteilen und ins Gute verwandeln.

Ob jedoch auch schwerwiegende Verbrechen verziehen werden können, damit beschäftigte sich ein Forscherteam an der Universität Tennessee.

Fazit dieser Studie war:
25 Prozent der jüngeren und 33 der älteren Teilnehmer dieser Studie waren der Meinung, dass irgendwann jede Tat vergeben werden könne.

Ob und in wie weit das so ist, bleibt jedoch jedem selbst überlassen.

Ziel des Vergebens ist:
Ärger, Groll und Unverständnis in ein verstanden zu wandeln, um in der Zukunft das Geschehene zur Ruhe kommen zu lassen.

Gestalten Sie Ihr Leben sinnvoll, achten Sie auf Ihre Bedürfnisse und erhalten Sie sich Ihre Werte.

Ich wünsche Ihnen eine verzeihbare Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme