Adventszeit mal ganz anders?

Sabine Lahme Blog

Stellen Sie sich einmal vor, die Adventszeit wäre dieses Jahr ganz anders?

Die Geschenkeschlacht würde nicht stattfinden, der Weihnachtsbaum bliebe im Wald stehen, Sie müssten keine 20 Sorten Plätzchen backen und der Konsum der vielen Weihnachtsgeschenke bliebe aus.
Zudem würden Sie die Adventszeit in ruhiger, gemütlicher und harmonischer Runde genießen, mit Ihren Freunden besinnliche Zeit in Ihrem Zuhause genießen und die Weihnachtstage würden in Frieden und Ruhe starten.

Was für eine wundervolle Vorstellung!

In der Regel sieht es anders aus.

Die meisten Menschen rasen abgekämpft und gehetzt durch die Kaufhäuser, auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachts-Geschenk, nicht selten noch mit schreienden und genauso überforderten Kindern an der Hand.

„Oh du Fröhliche“, „Last Christmas“ bis hin zu „Ihr Kinderlein kommet“, klingt es aus allen Ecken.

Doch von Fröhlichkeit, Frohsinn und entspannter Zeit keine Spur.

Verglichen mit dem Christfest vor 100 Jahren und einem typischen Weihnachtsfest heute werden die Unterschiede deutlich.
Und dennoch erhalten sich viele Traditionen bis heute.

Weshalb ist die Adventszeit für viele Menschen so stressig?

Eigentlich sollte uns das Bummeln über den Weihnachtsmarkt Spaß bereiten.
Schließlich möchten die meisten Menschen die Adventszeit in Fröhlichkeit und Besinnlichkeit erleben.
Jedoch sind heutzutage Weihnachtsmärkte sowie Adventsausstellungen überfüllt, die Menschen drängeln sich in Schlangen durch die engen Gassen und von Fröhlichkeit und Besinnlichkeit ist keine Spur.

Vorbei mit der Advents-Stimmung.

Zumal, es auch die ersten Spekulatius und Schokoladen-Lebkuchen bereits im Herbst zu kaufen gibt.
Nicht verwunderlich, dass der Stress zunimmt und die Einstimmung auf die vorweihnachtliche Zeit in die Überforderung führt.

Das ultimative Geschenk muss gefunden werden, größer, viel teurer und noch besser wie letztes Jahr.
Alles soll selbstgebacken sein, jedes Plätzchen handgefertigt und vor allem der Adventskranz und der Adventskalender muss in DIY-Methode gestaltet werden, denn kaufen, das kann schließlich jeder.
Für die einen ist das der blanke Horror, für anderen die pure Lebensfreude.

Was bedeutet das Wort Advent?

Advent ist die Ableitung des lateinischen Begriffs “Adventus“ und bedeutet Ankunft.
Die Zeit der Erwartung sowie die Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn “Christi“, der in der Weihnachtsnacht geboren ist und dessen Geburt wir feiern.

Historisch geht die Adventszeit zurück an das Ende des 4. Jahrhunderts.
Damals waren es drei Wochen voller Entsagung, Lobpreisung und Fasten, ähnlich der Fastenzeit zu Ostern.
Seit dem 6. Jahrhundert ist die Adventszeit auch in Rom nachweisbar, jedoch mit 6 Sonntagen.
Papst Gregor I. kürzte den Advent auf 4 Sonntage mit der einzigen Ausnahme, Mailand.
Dort wird bis heute eine sechswöchige Adventszeit gefeiert.

Adventszeit – diese Jahreszeit mal anders?

Wie könnte es denn anders gehen?

Die vorweihnachtliche Zeit und die Advents-Wochenenden sollen uns einstimmen auf das Fest der Liebe.
Bunte Lichter erhellen die Fenster, Zimt und Spekulatius-Duft liegt in der Luft, Kerzen brennen und Räuchermännchen beduften unsere Räume.
Tannengrün und die eisigen Tage läuten die Vorweihnachtszeit ein.
Das alles sollten wir in dieser Zeit genießen.

Tipp Nr. 1:
Schenken Sie an Weihnachten nur was erforderlich ist.

Um der Flut an Konsum-Gütern zu entkommen, sollten Sie über Ihre Wünsche zu Weihnachten klar sprechen.
Wünschen Sie sich statt vieler Geschenke lieber ein Geschenk, welches Ihnen wichtig ist und schenken Sie sich Qualitäts-Zeit.
Qualitäts-Zeit meint, Zeit für gute Gespräche, Zeit für einen entspannten Abend im Theater/Kino oder einen Winter-Spaziergang durch den Wald.

Tipp Nr. 2:
Besprechen Sie im Vorfeld das Weihnachtsfest.

Reden Sie mit Ihren Gästen, wie Sie sich dieses Jahr das Weihnachtsfest vorstellen.
Sagen Sie ganz deutlich, was Sie möchten und was Sie nicht möchten.
Z. Bsp.: Gestalten Sie Rituale; würfeln Sie um die Weihnachtsgeschenke. Nur der, der eine 6 gewürfelt hat, darf sein Geschenk am Tisch auspacken. Die anderen Gäste schauen zu, bis es ausgepackt ist und erst dann wird weitergewürfelt.
Das lockert die Stimmung auf und die Konzentration ist beim Beschenkten.

Tipp Nr. 3:
Es muss nicht der perfekte Weihnachtsbraten sein.

Bitten Sie Ihre Gäste, Sie dieses Jahr beim Weihnachtsessen zu unterstützen.
Fragen Sie wer das Dessert und/oder wer die Vorspeise vorbereiten möchte.
Oder verabreden Sie sich mit allen zum gemeinsamen Kochen.
Das entspannt Ihren Weihnachtsabend und Sie haben wieder Zeit sich gemütlich mit allen an den Tisch zu setzten, statt stundenlang allein in der Küche zu stehen.

Machen Sie sich bitte bewusst, die Adventszeit ist die Zeit der Besinnung.
Sie dürfen es dieses Jahr anders machen, um dem Stress zu entfliehen.

Ich wünsche Ihnen eine wundervolle und besinnliche Vorweihnachtszeit.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme